Oft sind es die einfachen Dinge im Leben, die am besten funktioniere, etwa wenn man Logik konsequent auf unternehmerische Entscheidungen und Abläufe anwendet. Wie das gelingt? Nun, die meisten Unternehmen geben zu, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren verändert haben. Und schon davor wurden die Kundinnen und Kunden zunehmend anspruchsvoller. Es ist also höchste Zeit für CIOs, COOs und Supply-Chain-Verantwortliche zu prüfen, welche Softwarelogik am besten zur neuen Realität passt – einschliesslich der Bereitschaft, neue Entwicklungen anzunehmen.
Vorab so viel: Der Einsatz eines ERP-Systems gilt als selbstverständlich, ein APS-System hingegen als Notwendigkeit.
Über drei Jahrzehnte lang lag der Fokus der meisten Unternehmen darauf, Software einzuführen, mit der sich Daten aus Finanz- und Produktionsprozessen verwalten liessen. Diese Anwendungen wurden schliesslich zu einem System zusammengeführt und als ERP bezeichnet. Es begann damit eine neue Ära, in der Unternehmen erstmals in der Lage waren, Prozesse und Produkte zu planen, die sie selbst besassen. Ein Softwareanbieter profitierte besonders von dieser Entwicklung – ein Unternehmen mit Sitz in Walldorf.
Die Zeiten haben sich verändert und verändern sich weiter. Just-in-Time wurde in den Lieferketten durch einen flexibleren Ansatz ersetzt. Diese neue Realität zwingt Unternehmen dazu, sich schneller und besser an die Kundennachfrage anzupassen. Sie brauchen deshalb eine reibungslos funktionierende Lieferkette, die es ihnen ermöglicht, Kundinnen und Kunden besser zu bedienen und möglicherweise sogar Zeit und Kosten zu sparen. Die Supply-Chain-Abteilung hat in vielen Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Die Entscheidung darüber, welche Technologie die Lieferkette unterstützen soll, hat sich jedoch nicht verändert. Die heutige Zeit erfordert Software, die bei der Prognose, der Optimierung und der Umsetzung unterstützt: Sie muss aufzeigen, was vorhanden ist und wie diese Elemente eingesetzt werden sollen. Lässt sich das mit ERP umsetzen?
Kann ERP also für die Prognose, Optimierung und Umsetzung von Produkten und Prozessen eingesetzt werden? Die einflussreichsten Abteilungen eines Unternehmens sind tatsächlich der Ansicht, dass ERP das richtige Werkzeug ist. Diese Sichtweise findet sich vor allem bei Führungskräften aus dem Finanz- und IT-Bereich. Tatsächlich gibt es jedoch Grenzen, selbst wenn ein ERP-System über einzelne APS-Funktionen verfügt.
Wenn Sie beispielsweise ein APS-Modul für die Bedarfsplanung einführen, übernimmt das System Bestell- und Versandhistorien sowie Kunden- und Produktstammdaten aus Ihrem ERP-System. Anschliessend erstellt das APS-Modul eine Bedarfsprognose und spielt sie zurück ins ERP. Neben der Bedarfsplanung gibt es weitere wertvolle Module, etwa S&OP-Management, den Produktionshauptplan (MPS) und die Grobkapazitätsplanung. Sie erweitern die Supply-Chain-Daten Ihres ERP-Systems und machen daraus klare, umsetzbare und visuell aufbereitete Prognosen. Diese erweiterten Berechnungen übersteigen die Möglichkeiten üblicher ERP-Planungsmodule.
Trotzdem entscheiden sich viele Unternehmensverantwortliche weiterhin für mehrere "integrierte ERP-Planungsmodule eines einzigen grossen Anbieters. Sie gehen davon aus, dass diese Systeme nahtlos zusammenarbeiten. Leider ist das in der Praxis oft weit von der Realität entfernt. Hersteller mit mehreren Standorten sollten idealerweise ein ERP-System nutzen, das mit Daten aus Prozessen wie S&OP und S&OE ergänzt werden kann. Ein geeignetes APS-System ermöglicht genau das.
Da ein ERP-System allein nur selten einen Return on Investment erzielt, kann ein APS-System dazu genutzt werden, innerhalb der Lieferkette Mehrwert zu schaffen. CFOs und CIOs müssen sich an die neue Realität anpassen. Sie sollten deshalb den Einsatz einer passenden APS-Software in Betracht ziehen, statt zusätzliche Funktionen eines ERP-Anbieters zu beschaffen.
In Produktionskapazität oder intelligente Software investieren?
Es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb ein APS-System zusätzlich zu einem ERP-System besser für diese Zeit anspruchsvoller Kundinnen und Kunden geeignet ist. Unternehmen können sich entscheiden, in ungenutzte Kapazitäten zu investieren. Der CFO wird dies jedoch wahrscheinlich nicht zulassen, da es die Zahlungsfähigkeit nicht verbessert. Wenn ungenutzte Kapazitäten auf möglicherweise unzureichende Rohstoffe oder fehlende qualifizierte Mitarbeitende treffen, braucht es ein ausgefeilteres Planungswerkzeug. Ein MRP-System kann für Prognoseberechnungen auf Basis der durchschnittlichen Nachfrage verwendet werden, jedoch nicht für einen Zeitraum von zwölf oder vierundzwanzig Monaten. Ein APS-System kann dies leisten und so eine bessere Planung ermöglichen, beispielsweise indem die Produktionsplanung an Nachfragespitzen angepasst wird. Unternehmen müssen hier abwägen: in kostspielige Produktionskapazitäten investieren oder in ein APS-System, das effizienteres Arbeiten und Planen ermöglicht.
APS als Vorsorge gegen Krisen
Der Betrieb eines APS-Systems zusätzlich zum ERP-System bietet Unternehmen mehrere Vorteile. Es hilft Herstellern zu verstehen, welche finanziellen Auswirkungen eine Planung hat. Zudem ermöglicht es der Supply-Chain-Abteilung, Mehrwert zu schaffen und das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln, weil Kundinnen und Kunden zufriedener sind und die Produktionskosten sinken. Und nicht zuletzt kann APS verhindern, dass es zu gravierenden Problemen kommt, wenn die einzige Person im Unternehmen mit umfassenden Excel-Kenntnissen nicht mehr verfügbar ist.
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