Aufbau einer intelligenten Lieferkette

Nick Verstraete
01.08.2026, 22:49:34

Das ist das Hauptthema des Arkieva Customer Appreciation and S&OP Summit, der vom 22. bis 24. Oktober in Wilmington (USA) stattfindet. Auf der Konferenz unseres S&OP-Softwarepartners werden meine Kolleginnen und Kollegen darüber sprechen, wie intelligente Systeme dabei helfen können, Lieferketten in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln. In den letzten Jahren hat Solventure stark in die Weiterentwicklung der Lieferkettenorganisation investiert und sich dabei auf drei Innovationsbereiche konzentriert:

  • Verknüpfung der Lieferkettenstrategie mit finanziellen Kennzahlen
  • Umsetzung von Echtzeit-Reaktionen auf Marktveränderungen durch solide Datenintegration
  • Aufbau einer vorlaufenden Indikatoren-Prognose

Die Notwendigkeit einer strategischen Übersicht

Um heute das Herz der Kundschaft zu gewinnen, müssen Unternehmen durchgehend auf dem neuesten Stand sein. Organisationen, die sich wandeln wollen, überdenken meist ihre Mission und Vision und stellen die strategischen Entscheidungen der Vergangenheit und Zukunft in Frage. Diese strategischen Entscheidungen wirken sich jedoch auch erheblich auf die Lieferkettenstrategie aus und führen zu unterschiedlichen Lieferketten. Erfolgreiche, an der Lieferkette orientierte Unternehmen teilen bewährte Vorgehensweisen, damit die Lieferkette und die übergeordneten Unternehmensziele aufeinander abgestimmt sind. Dennoch erlebe ich häufig, dass Unternehmen ein bestimmtes Ziel setzen – etwa das Umlaufvermögen um 15 Prozent zu senken – ohne die Kennzahlen oder finanziellen Messgrössen, wie die Kapitalrendite (ROCE) gründlich zu analysieren oder dies mit der Gesamtstrategie zu verknüpfen.

Das kürzlich entwickelte Modul "Strategischer Vergleich" in Arkieva kann hier eine Lösung bieten. Das Werkzeug – auch als Software-Dienstleistung verfügbar hilft dabei, das eigene Unternehmen auf einer korrekten Grundlage mit Mitbewerbern am Markt zu vergleichen. Dabei wird die gewählte Strategie berücksichtigt: Kundennähe, betriebliche Spitzenleistung oder Produktführerschaft, jeweils verknüpft mit den entscheidenden Kennzahlen.

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie sich Vergleichsdaten nutzen lassen, um eine kluge Lieferkettenstrategie umzusetzen, findet weitere Informationen im Blogbeitrag unseres Geschäftsführers Bram Desmet: "Strategischer Vergleich: Gehören Sie zu den S&OP-Vorreitern oder zur breiten Masse?"

Steigerung der Effizienz in der Lieferkette

In einer von Daten überfluteten Welt ist die Datenintegration entscheidend für wirkungsvolle Entscheidungen in der Lieferkette. Dabei gibt es zwei Arten von Datenströmen: interne und externe Daten. Die klassische interne Datenintegration erfolgt über ERP-, CRM- und BI-Systeme und Ähnliches. Wir verfügen über Datenverbindungen und spezifische Vorlagen, um dies zu unterstützen. Wenn wir vorab wissen, welche Felder etwa aus SAP eingebunden werden müssen, können wir die Integration beschleunigen. So wird die Integration zu einem Wegbereiter und nicht zu einer schwer zu überwindenden Hürde.

Auf der anderen Seite beobachte ich zunehmend die Einbindung externer Quellen. In der Branche für schnelldrehende Konsumgüter etwa kann die Stimmungsanalyse sozialer Medien helfen, die Nachfrage besser vorherzusagen. Der britische Einzelhändler Lush Cosmetics war der erste Arkieva-Kunde, der dieses Modul erfolgreich einsetzte. Verkaufsstellendaten sind, sofern vorhanden, von unschätzbarem Wert.

Im B2B-Bereich kann die Einbindung von Lieferantendaten helfen, den sogenannten Peitscheneffekt zu vermeiden. Um jedoch die Schwankungen der Lagerbestände als Reaktion auf Veränderungen der Kundennachfrage weiter oben in der Lieferkette wirklich zu steuern, reichen leistungsstarke Werkzeuge mit Möglichkeiten zur Datenintegration allein nicht aus. Meist scheitern solche Prozesse an Vertrauen und Transparenz. Aus eigener Erfahrung schätze ich, dass erst rund 10 Prozent der Unternehmen weltweit ihre Daten für die gesamte Lieferkette freigegeben haben. Auch wenn die Leitung der Lieferkette sich des Peitscheneffekts bewusst und zum Datenaustausch bereit ist, muss sie zusätzlich die eigene Organisation überzeugen. Nehmen wir zum Beispiel den Einkauf: Dieser konzentriert sich meist darauf, die besten Konditionen zu erzielen, nicht unbedingt auf die beste Zusammenarbeit.

Lernen, anpassen und vorhersagen

Unternehmen, die bereits eine gewisse Reife in ihrer Lieferkette erreicht haben, können diese durch fortschrittliche Entscheidungsmodelle wie die vorlaufende Indikatoren-Prognose noch intelligenter gestalten – eine fortschrittliche vorausschauende Analyse, die Ihren Prognosen zusätzliche Intelligenz verleiht. Die vorlaufende Indikatoren-Prognose geht über historische Daten hinaus, indem sie den eigenen Datenbestand mit weltweiten Indikatoren verknüpft, die demselben Konjunkturzyklus folgen wie der Umsatz. Dafür greifen wir auf unsere umfassende Datenbank mit zusammengeführten Daten verschiedener frei zugänglicher Datenanbieter zurück, etwa der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) oder der FRED (US-amerikanische Notenbankdaten).

Das Modell stellt verschiedene Indikatoren gegeneinander und wählt jene aus, die möglichst viel Unsicherheit erklären können. Die vorlaufende Indikatoren-Prognose ist somit dynamisch und selbstlernend, wodurch sich die Prognosegenauigkeit mit der Zeit stetig verbessert. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Art von künstlicher Intelligenz in der Lieferkette einen echten Unterschied macht. Unternehmen, denen es gelingt, datengetriebene, lernfähige Systeme einzuführen, die begründete Echtzeit-Reaktionen auf Marktveränderungen ermöglichen, werden ihrer Konkurrenz einen Schritt voraus sein.

Befähigen und einbeziehen

Um Verbesserungen in der Lieferkette weiter voranzutreiben, muss jedes Mitglied des Teams die kommenden Herausforderungen verstehen. Die Unterstützung des Teams ist entscheidend, Kommunikation ist der Schlüssel. Die Stärke einer intelligenten Lieferkette liegt in der Fähigkeit eines Unternehmens, die eigenen Mitarbeitenden zu befähigen und einzubeziehen, damit sie die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Wechselwirkungen zwischen ihrer eigenen Rolle und der ihrer Kolleginnen und Kollegen verstehen.

Jeder Schritt beim Aufbau einer intelligenteren Lieferkette erfordert eine Kombination aus Methoden und vertieftem Fachwissen. Deshalb hat sich Solventure zum Ziel gesetzt, ein langfristiger Partner für Unternehmen zu sein, damit unsere Kundschaft ihre Lieferkette in einen echten Wettbewerbsvorteil verwandeln kann.

Wie Sie sehen, freue ich mich schon sehr auf den Arkieva Customer Appreciation and S&OP Summit!

Wir feiern 25 Jahre Innovation in der Lieferkette

 

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